Chronik

Nachdem die amerikanische Militärregierung im Jahre 1950 das Verbot der Schützenvereine aufhob, wurden in vielen Gemeinden die alten Schützenvereine wiederbelebt. Und auch in Gemeinden in denen es bislang keine Schützenvereine gab wurde über eine Vereinsgründung nachgedacht. So kam es auch am 27. Oktober 1951 in Wangen. Es wurden Freunde und Gönner des Schießsports ins Gasthaus zum Schützen geladen, zwecks Aussprache oder sofortiger Gründung eines Schützenvereins, so steht es im Gründungsprotokoll geschrieben. 18 Männer und eine Frau legten an diesem Abend den Grundstein für den Schützenverein Wangen. Bei der ersten Generalversammlung am 19.01.1952 wurde Josef Nothelfer zum 1. Vorstand und Herman Häusler zum 2. Vorstand gewählt. Schriftführer wurde Josef Bicker und Kassierer Albert Wicker. Den Ausschuss bildeten Josef Haselhofer Regglisweiler, Josef Schmid, Benedikt Mahle, Alfons Aubele und Edmund Weckbacker.

Noch am Gründungsabend gab Edmund Weckbacker die Zusage einen Schießstand zu bauen. Und schon am Samstag nach der Vereinsgründung wurde mit dem Privatgewehr von Albert Wiker in der Gaststube vom Schützen mit dem Schießsport begonnen. Da immer mehr Schützen dem Verein beigetreten sind, war es zwingend nötig, ein Vereinsgewehr zu kaufen. So wurde beschlossen unter den Mitgliedern zu sammeln. Es kamen 23,-- DM zusammen, die Brauerei Gold-Ochsen stiftete 25,-- DM und Matthias Zick gab 50,-- DM. Mit diesem Betrag wurde bei Waffen - Honold ein Walther Luftgewehr LG 50 für 95,-- DM gekauft. Geschossen wurde am Anfang im Gasthaus „zum Schützen“ und ab Herbst 1953 dann im Gasthaus zum “Rössle”, und zwar im Wirtschaftsraum, wobei sich der Kugelfang in der Küche befand. Doch schon im Frühjahr 1959 musste man sich nach einer neuen Schießgelgenheit umsehen, und so wurde kurzerhand das Gartenhaus vom Gasthaus “zum Schützen” zu einer Schießanlage ausgebaut. Da diese Gartenhütte jedoch nur ein provisirium war, gab es Anfang der sechziger Jahre erste Überlegungen ein eigenes Vereinsheim zu bauen. Im Frühjahr 1963 laufen die Vorbereitungen zum Schützenheimbau an. Vom Grundstücksbesitzer Josef Aubele (Bauser) kaufte man die benötigten 402 m² zum Preis von 3,00 DM pro m². Das angrenzende Grundstück mit 120 m² wurde dem Verein von der Gemeinde kostenlos überlassen. Beim Richtfest am 30.11.1963 gab es für jeden Helfer ein paar Rote und je drei Flaschen Bier.

Natürlich ist es mit dem Bau eines Vereinsheimes nicht getan. Gelegenheiten zum An- und Umbau boten sich immer wieder: So wurde z.B. der Öllagerraum oder die Bühne Angebaut, und Gründe für diverse Umbauten gab es immer. Anlass für die letzte große Renovierung war das undichte Dach Anfang der 90-iger. Im Juni 1994 gings los, und Anfang August war alles fertig. 64 Vereinsmitglieder leisteten ca. 1.600 Arbeitsstunden und für ca. 28.000,-- DM wurde Material gekauft. Für die Verpflegung wurde ein Schwein geschlachtet und unser Bierlieferant bzw. unsere Brauerei stiftete alle Getränke die während des Umbaus verbraucht wurden Dass es tagelang gnadenlos heiß, möchte ich an dieser Stelle nur am Rande bemerkenl. Mehrkosten von 1.800,-- DM wurden bei dieser Umbauaktion von ein paar Mardern verursacht, die im hinteren Bereich des Heimes die Isolierung komplett abgetragen hatten. Die Kosten wollte natürlich keiner der Marder übernehmen.

Die Vereinsfahne:
Bei einer Außerordentlichen Generalversammlung am 05.05.1968 wurde die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen und der Termin der Fahnenweihe auf Sommer 1969 festgelegt. Die Fahne wurde, nach langer Beratung über die Motive auf der derselben, bei der Firma Kössinger bestellt. Mit einem dreitägigen Fest wurde die Fahne am Sonntag den 22.06.1969 unter Teilnahme vieler Gau und Ortsvereine sowie vielen Wangenern von Pfarrer Brunner bei einem Zeltgottesdienst feierlich geweiht. Pate zur Fahnenweihe war der Schützenverein Schnürpflingen, zu dem wir bis heute freundschaftliche Verbindungen pflegen.

Im Frühjahr 1976 begannen die Planungen für das 25-jährige Jubiläum. Das Fest wurde vom 25.06. - 27.06.1976 gefeiert. Der Festabend in der Illertalhalle wurde umrahmt vom Mandolinenclub Wangen der am gleichen Wochenende sein 50-jähriges Jubiläum feierte. Das 40-jährige Jubiläum wurde am 09.11.1991 mit einem Festabend ebenfalls in der Illertalhalle gefeiert.Auf den Tag genau 50 Jahre nach der Vereinsgründung feierten wir am 27.10.2001 wieder ein großes Fest.

Wichtige Termine im Jahr, ein Muss für jeden Wangener:

Funkenfeuer
Anfang der 80-iger Jahre wurde der alte Brauch des „Scheiben-Fuirs“ von einigen Mitgliedern wieder belebt. Von anfänglich kleinem Funken mit spärlicher Bewirtung (Schnaps und Küchle) entwickelte es sich unter der Leitung der Jugschützen im Lauf der Jahre zu einem kleinen Dorffest am Ende des Winters.Mit Musik gehts im kleinen Umzum zum Funkenfeuer, die Böllerschützen umranden das Entzünden und bei allerlei Essen und Getränken läßt es sich am Funkenfeuer gut aushalten. Seit zwei Jahren hat die Jugendfeuerwehr die Organisation des Funkenfeuers übernommen. Der Erlös wurde anfangs für Anschaffungen wie z.B. ein Jugendgewehr verwendet oder wurde zum Bau des Spielplatzes gespendet. Später ging der Erlös, sowie die Einnahmen einer Theatervorstellung als Spende an den Förderverein für Tumor- und Leukämiekranker Kinder Ulm e.V. !

Maiwanderung:
Eigentlich müsste man hier ja Pfingstwanderung oder Juniwanderung sagen, denn in den 80-iger Jahren wurden die mittlerweile schon legendären Maiwanderungen erstmals durchgeführt. Immer Pfingstmontags morgens gings los zu einer Wanderung mit gemütlicher Einkehr. Treffpunkt war dann „Bausers Wald“ auf der „Düre“. Dort gabs nicht nur Wurst und Bier, sondern auch Spanferkel und einmal sogar einen Hammel. Spätheimkehrer landeten manchmal in Mahles Wohnzimmer. Mittlerweile wurde die Maiwanderung auch wirklich auf den 1. Mai verlegt, was sich als voller Erfolg herausstellte.

Wendelinusfest:
Es war damals der Wunsch, dem Verein einen passenden Namen zu geben. Da der Kirchenpatron von Wangen der heilige Wendelin ist, gab man dem jungen Verein den Namen „Schützenverein Wendelinus Wangen“. Am 23.10. 1983 wurde von unserem Verein das Wendelinusfest wieder belebt. Mit Musik gings zur Kirche, danach wurden die Fahrzeuge und auch einige Pferde gesegnet. Im „Schützen“ wurde das Wendelinusfest gefeiert. In den Folgejahren wurde das Fest ins Schützenheim verlegt, und es ist bis heute jedes Jahr ein beliebter Treffpunkt für die Vereinsmitglieder und auch ehemaliger Wangener.

Thaeter:
Die Anfänge der Wangener Theatergruppe wurden im Gasthaus zum Rössle gemacht. Dort wurden zur Weihnachtsfeier oder an Faschingsveranstaltungen Ernste und Lustige Stücke aufgeführt. Mittlerweile ist das Thaeter nicht mehr wegzudenken und es findet jedes Jahr großen Anklang.

Wangener Kreuz:
Am 16.09.1972 wurde im Rahmen eines 2-tägigen Ausflugs das erste Holzkreuz des Schützenvereins am „Schafkopf“, ein Berggipfel der Beselergruppe, aufgestellt, und vom Ortsgeistlichen geweiht. Dieses Kreuz wurde bereits mehrere Male durch Unwetter zerstört oder beschädigt, doch mittlerweile wurde das Holzkreuz durch ein Alukreuz ersetzt und bis heute ist das „Wangener Kreuz“ ein beliebtes Ausflugsziel.

Schützenverein Wendelinus Wangen e.V.
Zum Weißenberg 8
89186 Illerrieden-Wangen

Öffnungszeiten Freitags
Jugendtraining ab 18:00 Uhr
Schießbetrieb ab 20:00 Uhr
Wirtschaftsbetrieb ab 19:30 Uhr

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